Wie stelle ich gute Fragen?

Der Architektur-Assistent durchsucht ausschliesslich die Dokumente im Büroarchiv –
keine Internetsuche, kein Allgemeinwissen. Er antwortet nur auf Basis dessen, was
tatsächlich in euren Dateien steht. Je präziser die Frage, desto zielgenauer die Antwort.

Goldene Regeln

1. Kontext mitgeben
Nenne Projekt, Bauphase oder Zeitraum. Der Assistent weiss nicht automatisch, worüber
du gerade arbeitest.

2. Konkret statt vage
Statt „Was steht zur Fassade?" lieber: „Welche Fassadenmaterialien wurden im Leistungs-
verzeichnis für [Projekt XY] aus dem Frühjahr 2023 festgelegt?"

3. Eine Frage pro Anfrage
Sammelanfragen – „Was ist mit Brandschutz, Schallschutz und Barrierefreiheit?" –
führen zu oberflächlichen Antworten. Lieber nacheinander fragen.

4. Bei unpassender Antwort: präzisieren, nicht neu formulieren
Ergänze einfach: „Und konkret für [Projekt XY]?" oder „Nur Dokumente aus 2024 bitte."
Ein kompletter Neustart verwirft den Gesprächskontext.

5. Bewertung nutzen
Die 👍 / 👎-Buttons nach jeder Antwort helfen dabei, das System kontinuierlich zu
verbessern. Eine Sekunde Aufwand, grosser Effekt.

Beispiele aus dem Alltag

Brandschutz

Schwach: „Was ist mit Brandschutz?"

Gut: „Welche Brandschutzauflagen wurden im Bauantrag für [Projekt XY], Bauabschnitt 2,
im Jahr 2024 verlangt?"

Der Unterschied: Das erste Beispiel liefert einen allgemeinen Überblick aus vielen
Dokumenten. Das zweite zeigt gezielt, was im konkreten Projekt und Zeitraum gefordert war.


Ausschreibung / Leistungsverzeichnis

Schwach: „Gibt es ein LV für den Innenausbau?"

Gut: „Welche Positionen aus dem Leistungsverzeichnis Innenausbau für [Projekt XY]
betreffen die Trockenbauarbeiten im Obergeschoss?"


Bauantrag

Schwach: „Wann wurde der Bauantrag gestellt?"

Gut: „Wann wurde der Bauantrag für [Projekt XY] eingereicht, und welche Auflagen
hat die Baubehörde im Genehmigungsbescheid erteilt?"


IFC-Datenabgleich

Schwach: „Stimmt das Modell?"

Gut: „Welche Abweichungen zwischen IFC-Modell und Ausführungsplanung wurden im
Protokoll vom letzten Planungsmeeting für [Projekt XY] dokumentiert?"


Mailverlauf zu einem Vorgang

Schwach: „Was hat der Statiker geschrieben?"

Gut: „Was hat das Ingenieurbüro [Büro XY] im E-Mail-Verkehr zum Thema
Deckenunterzug in [Projekt XY] zwischen Januar und März 2024 mitgeteilt?"

Was das System nicht kann

Das Synonymlexikon

Wozu gibt es das?
Im Arbeitsalltag werden viele Dinge unterschiedlich benannt. Ein Bauantrag ist nicht immer
ein „Bauantrag" – manchmal steht im Schriftverkehr „Baugesuch", in einem älteren Projekt
„Antrag auf Baugenehmigung", in einer Mail vielleicht nur „Genehmigungsunterlagen".

Wer fragt: „Was steht im Bauantrag für Projekt XY?", bekommt nur Dokumente, in denen
genau das Wort „Bauantrag" vorkommt. Mails, in denen vom „Baugesuch" die Rede ist, bleiben
außen vor – obwohl sie genau dasselbe meinen.

Das Synonymlexikon löst dieses Problem: Es sagt dem System, dass „Bauantrag", „Baugesuch"
und „Genehmigungsunterlagen" denselben Sachverhalt meinen. Eine Frage findet dann alle
relevanten Dokumente, egal welches Wort der Verfasser gewählt hat.

Wer pflegt das?
Nur Admins können Einträge anlegen oder löschen. Wenn dir auffällt, dass das System
Dokumente übersieht, weil dort ein anderes Wort steht als das in deiner Frage, melde es
Albert (oder dem zuständigen Admin) – er trägt das Synonym dann ein.

Wann lohnt sich ein Eintrag?
Faustregel: wenn dasselbe Konzept in den Bürodokumenten wirklich häufig mit verschiedenen
Wörtern auftaucht. Einzelfälle nicht extra eintragen – das macht das Lexikon unübersichtlich.
Lieber drei, vier Fälle sammeln und gebündelt melden.

Beispiele aus der Praxis:
- Bauantrag = Baugesuch = Antrag auf Baugenehmigung
- Bauherr = Bauherrin = Auftraggeber
- LV = Leistungsverzeichnis
- Brandschutzkonzept = Brandschutznachweis

Was nicht ins Synonymlexikon gehört:
- Tippfehler – das System gleicht ähnliche Schreibweisen ohnehin ab.
- Abkürzungen, die in Dokumenten konsequent ausgeschrieben vorliegen – die sind ohnehin
auffindbar.
- Personen-, Projekt- oder Mandantennamen.

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